Protokollfälschungen im KKW Leibstadt

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Das ENSI reicht Strafanzeige ein.

Ende Januar 2019 informierte das ENSI darüber, dass ein Mitarbeiter des Kernkraftwerks Leibstadt seit 2016 Daten in Prüfprotokolle eingetragen hatte, ohne die Prüfung durchgeführt zu haben. Weiterführende Abklärungen weisen jetzt darauf hin, dass der Mitarbeiter die Prüfprotokolle von weiteren Strahlenmessgeräten gefälscht hat. Das ENSI hat deshalb Strafanzeige erstattet.

Damit sich ein solches Ereignis nicht wiederholt, hat das KKL folgende Massnahmen eingeleitet:

  • Stärkung der Aufsichtsfunktion der Vorgesetzten durch Anpassung der Aufgabenprofile;
  • Ausarbeitung und Implementierung von technischen Massnahmen zur effizienteren Verwendung des Betriebsführungssystems bei Terminkontrollen von Funktionsprüfungen sowie Tätigkeitsnachweisen;
  • Schulung und Information der Mitarbeitenden über das Vorkommnis;
  • Einführung des Jobrotationsprinzips bei Tätigkeiten, welche routinemässig wenig bis keine Abhängigkeiten zu anderen Organisationseinheiten beinhalten und per Unterschrift dokumentiert werden.

Das ENSI wird die Umsetzung der Massnahmen zur Verbesserung der Qualitätssicherungs-Prozesse im KKL im Rahmen seiner intensivierten Aufsicht über das Kernkraftwerk verfolgen. Die Bundesanwaltschaft beschäftigt sich nun mit der vom ENSI eingereichten Strafanzeige.

 

Medienmitteilung

Communiqué de presse